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Strukturierte Übersicht der offenen Fragen, To-dos und Recherche-Ergebnisse für den Aufbau der DigiDoc-Betreibergesellschaft.

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Marktanalyse
Interne Analyse

Unser Modell vs. die Konkurrenz

Wer macht was? Wo stehen wir? Diese Analyse vergleicht unser Konzept der digitalen Hybridpraxis mit bestehenden Akteuren im deutschen Markt – und zeigt, warum unser Ansatz der konsequenteste ist.

Stand: Mai 2026 · Recherche auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen

Die digitale Hybridpraxis

Wir übernehmen leerstehende Landarztpraxen, halten sie mit MFA vor Ort am Leben – und schalten den Arzt aus einem zentralen Hub per Video live dazu.

Die drei Säulen

Praxis vor Ort bleibt

Wir übernehmen leerstehende oder schließende Praxen. Die bekannte Anlaufstelle bleibt für Patienten erhalten – physisch, vertraut, täglich geöffnet.

Arzt aus dem Hub – remote, live

Ein Hausarzt aus unserem zentralen Hub ist per Kamera in Echtzeit dabei. Er diagnostiziert, verschreibt, überweist – ohne vor Ort sein zu müssen.

MFA als Brücke

Medizinische Fachangestellte sind täglich präsent: Vitalwerte, Blutabnahme, Verbände, Erstgespräch. Sie sind das menschliche Fundament der Praxis.

USP #1

Radikale Skalierbarkeit

Ein Arzt im Hub kann mehrere Praxen gleichzeitig betreuen – zeitversetzt oder parallel. Das klassische 1:1-Modell wird aufgebrochen.

USP #2

Arzt lebt wo er will

Kein Umzug aufs Land. Der Arzt arbeitet vom Hub aus – attraktiv für junge Mediziner, die urbane Work-Life-Balance wollen, aber Landarztmedizin machen.

USP #3

Praxis bleibt Praxis

Für Patienten ändert sich kaum etwas. Kein App-Zwang, keine anonyme Plattform. Die Praxis bleibt – der Arzt kommt per Kamera.

USP #4

Kommunen als natürliche Partner

Gemeinden mit drohender Unterversorgung sind hochmotivierte Partner – finanziell, strukturell, politisch. Die Nachfrage ist strukturell garantiert.

Wer ist noch im Markt?

Fünf Akteure bewegen sich im gleichen oder angrenzenden Feld – mit unterschiedlichen Ansätzen, Reichweiten und Schwerpunkten.

⚠ Direkter Wettbewerber

LillianCare

Mannheim · gegründet 2023 · ~€5–6 Mio. Finanzierung

Modell: Übernimmt leerstehende Landarztpraxen, setzt Physician Assistants vor Ort ein. Arzt 3 Tage physisch, 2 Tage remote.

Stand: 5–8 Praxen aktiv (RLP, Niedersachsen), Ziel 400 bis 2030. Ab 2026 Lizenzpartnermodell geplant.

Investoren: amberra (Volksbanken), Nils Glagau (Orthomol), BONVENTURE, Nina Capital, Calm/Storm Ventures.

Schwachstelle: Kein echtes Hub-Modell. Arzt muss noch 60% physisch vor Ort sein – schränkt Skalierung strukturell ein.

≈ Strukturell ähnlich, anderer Markt

Avi Medical

München · gegründet 2020 · Städtisch

Modell: Physische Praxen in Städten (München, Berlin, Hamburg). Arzt immer vor Ort. Digitale Infrastruktur, Video als Zusatz.

Fokus: Premium-Stadtmedizin – kurze Wartezeiten, modernes Design. Löst ein Komfortproblem, kein Versorgungsproblem.

Finanzierung: >€80 Mio. über 3 Runden. Lead: Balderton Capital (Series B €50 Mio.).

Fazit: Kein direkter Wettbewerber. Anderer Markt, anderes Problem, andere Kunden.

◦ Anderer Ansatz

Medizin Vernetzt

München · MVZ-Infrastrukturanbieter

Modell: „MVZ in the Box" – schlüsselfertiges Versorgungszentrum, das Kommunen mieten. Kein Hybridmodell, kein Hub.

Struktur: Arzt ist klassisch vor Ort. Telemedizin nur für Fachärzte als Ergänzung.

Kunden: Kommunen direkt. Infrastruktur-as-a-Service-Modell.

Fazit: Löst dasselbe Problem anders. Kein Skalierungshebel, da Arzt immer physisch erforderlich.

⚠ Praxis-Konsolidierer

Voramedic

Celle · gegründet 2016 · Arzt-geführt · 30 MVZ

Modell: Arzt-gegründeter MVZ-Betreiber (Volker Käbel & Rainer Köster, beide Hausärzte). Kauft Praxen auf, konvertiert sie in MVZ mit angestellten Ärzten – das MFA-Team bleibt, Patienten bleiben.

Größe: 30 MVZ-Standorte (Allgemeinmedizin), Schwerpunkt NRW und Niedersachsen, auch in Bayern, Hessen, Bremen, Baden-Württemberg. 50+ Ärzte haben ihre Praxis eingebracht.

Finanzierung: Inhaber-geführt, keine externe VC-Finanzierung bekannt – organisches Wachstum aus dem Cash-Flow der Praxen.

Schwachstelle: Klassisches MVZ – Arzt muss physisch vor Ort sein. Kein Hub-Konzept, keine strukturelle Skalierbarkeit über 1:1-Modell hinaus. Konkurriert mit digidoc um dieselben abzugebenden Praxen.

≈ Modell-Verwandt, anderer Kontext

S | Medical Room (SANA × Kaufland)

Mosbach · Pilotprojekt seit Nov. 2025 · SANA Kliniken

Modell: 54 m² Telemedizin-Kabine im Kaufland-Supermarkt. Patient sitzt in schallgedämmter Box, Arzt vom SANA-MVZ Neckarsulm remote zugeschaltet. MFA vor Ort unterstützt. Erstes Telemedizin-Angebot im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.

Services: Hausärztliche Videosprechstunde (GKV + Privat), InBody-Körperanalyse, Lifestyle-Check-Up, DiGa-Verschreibung, Hautcheck via OnlineDoctor. Mo–Sa 08–19 Uhr.

Träger: SANA Kliniken AG – einer der größten privaten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Kaufland (Schwarz-Gruppe) als Standortpartner. Starke institutionelle Rückendeckung.

Einordnung: Beweist das Hub-Prinzip (remote Arzt + lokale Fachkraft), aber im urbanen Retail-Umfeld – kein ländlicher Versorgungsauftrag, keine Patientenkontinuität, kein Kassenarztsitz-Modell. Aktuell Pilotprojekt, Skalierung offen.

Wer steckt dahinter?

Gründer, Investoren und strategische Beteiligungen der relevantesten Wettbewerber im Detail.

LillianCare · Mannheim · gegr. 2023

LillianCare GmbH

Gesamtfinanzierung ca. ~€5–6 Mio. über mehrere Runden
Gründer & Führung
Linus Drop – Co-CEO & Gründer, Hintergrund Telemedizin & HealthTech
Daniel Hefel – Co-CEO seit März 2025
Finanzierungsrunden
2023
Pre-Seed €2,4 Mio. – OHA Osnabrück Healthcare, Caesar Ventures, Aescuvest; Angels: Björn von Siemens, Inga Bergen, Fredrik Debong
2024
Folgerunde €1,5 Mio. – BONVENTURE, Nils Glagau (Orthomol), Calm/Storm Ventures
2025
Neue Runde – Lead: amberra (Volksbanken-Gruppe); Co-Investoren: Nina Capital, Calm/Storm, Ship2B, Venture League
Strategisch relevant: Der amberra-Einstieg bedeutet, dass die genossenschaftliche Finanzgruppe hinter LillianCare steht – in ländlichen Regionen tief verwurzelt.
Avi Medical · München · gegr. 2020

Avi Medical GmbH

Gesamtfinanzierung >€80 Mio. über 3 Runden
Gründer & Führung
Julian Kley – CEO & Gründer; Herzchirurg, vorher BCG
Vlad Lata – Co-Gründer; vorher Mitgründer von Konux
Finanzierungsrunden
2020–21
Seed – Picus Capital
2022 A
Series A €28,5 Mio. – Heal Capital, Addition (Tiger Global-Ableger)
2022 B
Series B €50 Mio. – Lead: Balderton Capital; dazu Picus, Vorwerk Ventures, Eurazeo, 3VC
Einordnung: Mit >€80 Mio. deutlich kapitalstärker als LillianCare – aber kein strategischer Überschnitt mit dem ländlichen Versorgungsmarkt.

Side by Side

Die entscheidenden Dimensionen im direkten Vergleich.

Kriterium🟠 Unser ModellLillianCareAvi MedicalMedizin VernetztVoramedicS|Medical Room
ZielregionLändlichLändlichStädtischLändlichLändlichSuburban / Retail
Praxis vor OrtJa – immerJaJaJa (MVZ)Ja (MVZ)Ja – Booth (54 m²)
Arzt-ModellHub – primär remote60% vor Ort / 40% remoteImmer vor OrtImmer vor OrtImmer vor OrtHub – primär remote
Personal vor OrtMFAPhysician AssistantMFA + ArztMFA + ArztMFA + ArztMFA
AnsatzPraxisübernahmePraxisübernahmeNeugründungNeubau / InfrastrukturPraxisübernahmeRetail-Neugründung
SkalierbarkeitHoch – 1 Arzt, n PraxenMittel – Arzt gebundenMittel – StadtstandorteNiedrig – Arzt immer nötigMittel – Arzt gebundenHoch – Kaufland-Netz
VersorgungsproblemJa – Kern des ModellsJaNein – KomfortproblemJaJaTeilweise – suburban
Abrechenbarkeit KVJa (DVG-Regelleistung)JaJaJaJaIn Klärung (Pilot)
FinanzierungsstandFrühphase / Konzept~€5–6 Mio., aktivStadtexpansionNicht bekanntPE-finanziert, etabliertSANA-Konzern-Pilot
MarktreifePilotphase geplant5–8 Praxen liveMehrere StädtePilot-Phase30+ Standorte livePilot-Phase

Was das bedeutet

Stärken unseres Modells

  • Konsequentester Remote-Ansatz im Markt – kein Konkurrent löst die Arzt-Bindung so radikal.
  • Skalierbarkeit durch Hub-Logik ist strukturell überlegen.
  • Attraktiv für Ärzte – volle Ortsunabhängigkeit, kein Pendeln.
  • Kommunen als Pull-Faktor – die Nachfrage ist politisch garantiert.
  • Bestehende Infrastruktur nutzen statt neu bauen – schnellerer Markteintritt.

Offene Fragen & Risiken

  • LillianCare hat Vorsprung – 2+ Jahre Erfahrung und mehrere Live-Praxen.
  • Regulatorik – vollständige Fernbehandlung hat weiterhin Grenzen.
  • Kassenarztsitz muss für jede Praxis gesichert werden.
  • Qualitätssicherung – MFA-geführte Praxis braucht klare Notfall-Protokolle.
  • Patientenakzeptanz muss aktiv gemanagt werden, besonders bei Älteren.
Fazit & Empfehlung

Der Markt für hybride Landarztpraxen ist real, wächst und verdichtet sich. LillianCare bleibt der direkteste Wettbewerber – aber ihr Modell ist ein Kompromiss. Voramedic zeigt, dass Praxisübernahmen in ländlichen Regionen funktionieren – ohne Remote-Hebel. S|Medical Room (SANA × Kaufland) beweist, dass der Hub-Ansatz mit MFA vor Ort und remote Arzt gesellschaftlich akzeptiert wird – bringt das Konzept aber in den Suburban-Retail-Kontext statt in die echte Landversorgung. Unser Modell ist konsequenter, skalierbarer und für Ärzte attraktiver als alle fünf Alternativen. Wer jetzt mit einem Piloten startet, kann sich den Markt strukturell erarbeiten – bevor LillianCare mit seinem Lizenzmodell 2026/2027 skaliert. Geschwindigkeit ist der entscheidende Faktor.

Gesellschaftsstruktur

DigiDoc + MVZ

Rechtliche Trennung zwischen Technologiebetrieb (DigiDoc GmbH) und medizinischem Betrieb (MVZ GmbH) – verbunden über einen Servicevertrag.

DigiDoc GmbH
Technologie + Betrieb
Freie Beteiligung
  • Telemedizin-Plattform & Software
  • Satelliten-Räume & Equipment
  • MFA / Pflegepersonal vor Ort
  • Lizenzmodell (auch extern)
Servicevertrag
schriftlich · notariell
Plattform · Räume · Personal
Lizenz- & Mietgebühren
MVZ GmbH
Medizinischer Betrieb
Reguliert · § 95 SGB V
  • KV-Zulassung & GKV-Abrechnung
  • Angestellte Vertragsärzte
  • Ärztliche Leitung (weisungsfrei)
  • Gesellschafter: Ärzte / Kommunen
Empfohlen Hybrides Gebührenmodell
Sockelbetrag
Fix
Monatliche Festgebühr deckt Grundkosten — Miete, Equipment, Plattform-Betrieb.
Planungssicherheit für beide Seiten
+
Umsatzanteil
5–15%
Prozentualer Anteil am MVZ-Umsatz — DigiDoc profitiert direkt vom Wachstum.
Upside bei steigendem Patientenvolumen
Standort 1
Gemeinde
Standort 2
Gemeinde
Standort 3
Gemeinde
Standort n
Skalierbar
Gesellschafter DigiDoc GmbH: Investoren und Ideengeber direkt als natürliche Person oder über ihre eigene Holding. Das MVZ steht rechtlich eigenständig — kein Gesellschaftsverhältnis zur DigiDoc GmbH.
Rechtsstruktur · § 95 SGB V

MVZ – das richtige Fundament

Die Medizinische Versorgungszentrum-Struktur ist kein bürokratischer Umweg, sondern der strategisch entscheidende Hebel: eigene KV-Zulassung, angestellte Ärzte, beliebig viele Standorte.

Vier Gründe, warum MVZ

§ 95
SGB V – Rechtsgrundlage MVZ
Nebenbetriebsstätten möglich
GmbH
Trägerstruktur – Haftungstrennung
KV
Eigene Zulassung statt Arztbindung

Eigene KV-Zulassung

Das MVZ hält die Kassenzulassung – nicht der einzelne Arzt. Ärztewechsel oder Pensionierung löscht nicht die Abrechnungsfähigkeit.

Angestellte Ärzte

Ärzte sind Angestellte des MVZ – planbar, ersetzbar, urlaubs- und krankheitsüberbrückbar. Kein Einzelkämpfermodus mehr.

Skalierbare Standorte

Unbegrenzte Nebenbetriebsstätten unter einer KV-Zulassung. Rollout in weitere Landgemeinden ohne neue Genehmigungsverfahren.

GmbH-Träger

Klare Haftungstrennung, Investorenfähigkeit, Gesellschafterstruktur. Investor-ready von Tag eins.

Einzelpraxis vs. MVZ/DigiDoc

Einzelpraxis

Klassische Praxis

  • KV-Zulassung am Arzt gebunden – kein Arzt, kein Betrieb
  • Skalierung erfordert je neuen Arzt + Zulassung
  • Keine institutionelle Trägerstruktur, keine Investoren
  • Urlaubsvertretung, Krankheit = Praxisausfall
  • Planungshorizont endet mit Arzt-Rente
MVZ · DigiDoc

Medizinisches Versorgungszentrum

  • KV-Zulassung gehört dem MVZ – arztunabhängig
  • Unbegrenzte Nebenbetriebsstätten unter einer Zulassung
  • GmbH-Träger: investitionsfähig, skalierbar
  • Angestellte Ärzte: Ausfälle planbar abfederbar
  • Institutionelle Kontinuität über Personenwechsel hinaus

Die Einzelpraxis endet mit dem Arzt. Das MVZ überlebt ihn – und skaliert. Wer eine digitale Landarztpraxis für mehrere Gemeinden bauen will, kommt an der MVZ-Struktur nicht vorbei.

Fallstudie & Lernkurve

OhneArztPraxis – gescheitert

PhilonMed GmbH wagte 2016 als erstes deutsches Unternehmen die arztlose Landpraxis. Januar 2024 kam die Insolvenz. Vier Strukturfehler erklären, warum – und was DigiDoc anders macht.

Von der Idee zur Liquidation

2016
Gründung PhilonMed GmbH
Okt '19
Erste Praxis in Spiegelberg BW
0
Weitere eröffnete Standorte
Jan '24
Liquidation / Insolvenz

Die vier Strukturfehler

Kein MVZ – kein Abrechnungsfundament

OhneArztPraxis betrieb keine Zulassung als MVZ nach § 95 SGB V. Ohne eigene KV-Zulassung fehlte das Herzstück jeder Kassenpraxis: die Fähigkeit, GKV-Leistungen eigenständig abzurechnen. Alle Einnahmen hingen an kooperierenden Einzelärzten – strukturell fragil.

Falsche Ortswahl – Spiegelberg ist kein Skalenmarkt

Der Pilotstandort Spiegelberg (BW) hat rund 2.800 Einwohner. Zu wenige für ein tragfähiges Fallvolumen. Ein kostendeckendes Gesundheitszentrum benötigt mindestens 8.000–10.000 Einwohner im Einzugsgebiet oder eine Verdichtung über Telekonsultation.

Förderabhängigkeit statt Eigenfinanzierung

Der Betrieb war von Förderprogrammen und Gemeindezuschüssen abhängig. Als Förderprogramme ausliefen oder Gemeinden Prioritäten verschoben, fehlte das operative Eigenkapital. Kein Geschäftsmodell überlebt dauerhaft ohne tragfähige Erlösstruktur.

Falsches Rechtsmodell – keine institutionelle Kontinuität

Ohne MVZ-Struktur gab es keine institutionelle KV-Zulassung, die Ärztewechsel überlebt. Jeder Kooperationsarzt war Einzelvertragspartner. Das schuf Abhängigkeiten, die im ländlichen Raum mit ohnehin dünner Arztdecke besonders riskant sind.

Pionier mit den falschen Werkzeugen

  • Idee war richtig: Versorgungslücke im ländlichen Raum ist real und wächst
  • Timing war richtig: Demografischer Wandel und Ärztemangel beschleunigen Bedarf
  • Ausführung war falsch: Ohne MVZ-Struktur, ohne Skalierbarkeit, ohne Eigenkapitalbasis
  • Politischer Rückhalt war unbeständig: Förderlogik ist kein Geschäftsmodell

Zeitstrahl

2016 – Gründung PhilonMed, Konzeptphase
2017–18 – Pilotplanung, erste Förderanträge
Okt 2019 – Eröffnung Spiegelberg – einziger Standort
2020–22 – COVID-Einschränkungen, Förderprogramme enden
2023 – Liquiditätsengpass, kein Folgeinvestor
Jan 2024 – Liquidation / Insolvenz PhilonMed GmbH

OhneArztPraxis vs. DigiDoc

OhneArztPraxis

Was schiefging

  • ✗  Kein MVZ – keine eigene KV-Zulassung
  • ✗  Einzelstandort, kein Skalierungsplan
  • ✗  Förderabhängiges Erlösmodell
  • ✗  2.800 Einwohner Einzugsgebiet – zu klein
  • ✗  Keine digitale Infrastruktur für Remote-Ärzte
DigiDoc

Wie DigiDoc es löst

  • ✓  MVZ nach § 95 SGB V – eigene KV-Zulassung
  • ✓  Skalierbare Nebenbetriebsstätten-Struktur
  • ✓  GKV-Abrechnung + EBM-Ziffern als Erlösbasis
  • ✓  Einzugsgebiete ab ~10.000 Einwohnern geplant
  • ✓  Digitale Telekonsultation reduziert Arzt-Präsenzkosten

OhneArztPraxis bewies, dass der Markt existiert – und dass er mit den falschen Werkzeugen nicht zu gewinnen ist. DigiDoc baut auf demselben Bedarf, aber mit dem richtigen Rechtsrahmen: MVZ-Struktur, skalierbare Standorte, eigenständige GKV-Abrechnung.

Nichtärztliche Praxisassistenz · Delegation

NäPA & PA – das Team von DigiDoc

Die Nichtärztliche Praxisassistentin ist heute abrechnungsfähig, rechtssicher und einsatzbereit. Der Physician Assistant ist der mittelfristige Upgrade-Pfad. Zusammen decken sie Routineversorgung und klinische Erweiterung ab – ohne Arztpräsenz für jeden Handgriff.

Wo wir heute stehen

~28.500
NäPA + VERAH gesamt
Fortgebildete MFAs, sofort einsetzbar
2.450
PA-Absolventen (kumuliert)
Stand 2023, wächst rasant
5.000+
PA-Studierende (WS 24/25)
In 30+ Hochschulprogrammen
~30.000
PA-Prognose bis 2030
Bei politischem Rückenwind

Was bringt das heute ein?

EBM-Gebührenordnungspositionen

03062
Delegation Hausbesuch
03063
Mitbesuch NäPA
03064
Praxisbesuche NäPA
23.800
Punkte Strukturzuschlag / Quartal

Der Strukturzuschlag (23.800 Punkte ≈ 700–800 € pro Quartal) wird zusätzlich vergütet, wenn eine zertifizierte NäPA im MVZ beschäftigt ist. GOPs 03062–03064 sind zusätzlich pro delegiertem Besuch abrechenbar.

Was die NäPA übernimmt

Hausbesuche

Delegierte Heimbesuche bei immobilen, multimorbiden Patienten – ärztlich angeordnet, NäPA führt aus.

Vitalwerte & Monitoring

Blutdruck, Blutzucker, Gewicht, Sauerstoffsättigung – strukturierte Dokumentation und Weitergabe an den Arzt.

Wundversorgung & Injektionen

Verbandswechsel, subkutane Injektionen, Blutentnahme – alles im Delegationsrahmen.

Pflegeheimrunden

Regelmäßige Kontrollbesuche in Pflegeeinrichtungen – reduziert Arzt-Fahrtaufwand erheblich.

Telekonsultation-Vorbereitung

Anamnese, Vitaldaten und Unterlagen aufbereiten, damit der Arzt per Videocall direkt entscheiden kann.

Case Management

Koordination von Folgeterminen, Einweisungen, Reha-Anträgen – Entlastung der Praxisverwaltung.

Wo die NäPAs in Deutschland sind

Ostdeutschland führt relativ

Sachsen-Anhalt hat mit ~50% den höchsten Anteil an Hausarztpraxen mit NäPA – Hamburg mit ~15% den niedrigsten. Ostdeutsche KVen liegen fast alle über dem Bundesschnitt.

Relativer Anteil

Land schlägt Stadt

Ländliche Praxen setzen NäPAs doppelt so häufig ein wie städtische (14% vs. 7% aller Praxen). Auf dem Land ist die NäPA kein Konzept – sie ist gelebte Realität.

Stadt-Land-Effekt

DigiDoc-Zielregionen gut versorgt

Die Regionen mit stärkstem Ärztemangel (Sachsen-Anhalt, MV, Thüringen) haben bereits die höchste NäPA-Dichte. Erfahrenes Personal ist dort vorhanden.

Rekrutierungsvorteil
KV-Region NäPA gesamt Praxen mit NäPA Anteil Hausarztpraxen
Sachsen-Anhalt ↑ max 809 571 ~50%
Mecklenburg-Vorp. 499 404 ~40%
Saarland 192 163 ~37%
Thüringen 476 393 ~35%
Niedersachsen 1.174 1.103 ~32%
Westfalen-Lippe 1.025 1.025 ~30%
Brandenburg 378 414 ~30%
Hessen 845 703 ~28%
Bayern 2.589 1.372 ~27%
Rheinland-Pfalz 695 703 ~25%
Sachsen 424 424 ~25%
Schleswig-Holstein 273 226 ~22%
Baden-Württemberg 1.406 1.140 ~20%
Nordrhein 1.128 861 ~17%
Hamburg 145 121 ~15%
Gesamt (ohne Berlin/Bremen) 12.058 9.623 ~26%

Quelle: Zi-Paper 25/2022 · Befragung von 15 KVen (ohne Berlin und Bremen) · Daten für 2021 · Anteilswerte Hausarztpraxen aus Abbildung 3 des Zi-Papers (näherungsweise abgelesen). → Originalstudie (PDF)

Physician Assistant · Zahlen & Herkunft

Der PA in Deutschland – Stand 2025/26

Noch jung, wachsend schnell, aber vorerst fast ausschließlich im stationären Bereich tätig. Die Bertelsmann-Studie März 2026 liefert erstmals harte Zahlen zum Entlastungspotenzial.

3.087
B.Sc.-Absolventen gesamt
Stand Ende 2025
5.482
Studierende eingeschrieben
WS 2025 · neuer Höchststand
1.928
Neu-Immatrikulationen 2025
−14% ggü. 2024 (IU-Effekt)
26+
Hochschulen mit PA-Studium
davon ~10 staatlich
89
Master-Absolventen gesamt
davon 67 allein 2025

Was ein PA in der Praxis bringt

Potenzialanalyse „Delegation im Praxisteam" · Bertelsmann Stiftung & OptiMedis · 02.03.2026

65%
ärztliche Arbeitszeit, die ein PA ersetzen kann
0,65
eingesparte Arzt-VZÄ pro eingesetzter Delegationskraft
3.200
Patienten/Arzt/Quartal im MVZ Birkenallee Papenburg (mit PAs) vs. Bundesdurchschnitt 916
2030
Simulation: Hausärztemangel durch PAs+NäPAs vollständig kompensierbar
Kernthese: Eine Praxis mit 3 Vollzeitärzten, die +1 PA und +1,5 NäPAs einstellt, gewinnt rechnerisch 1,6 Arzt-VZÄ – und kann 1.600 Patienten mehr versorgen. 72% der befragten Hausärzte sehen „großes oder sehr großes" Entlastungspotenzial durch Delegation. Patienten sind mit PA-Versorgung gleichwertig oder leicht besser zufrieden. → Studie (PA Blog Zusammenfassung)

Wer wird PA in Deutschland?

86–88%

Weiblich

Spiegelt die MFA- und Pflegeberufe wider, aus denen die meisten PA-Studierenden kommen. Fast identische Verteilung wie bei NäPAs.

~60%

Mit Vorausbildung

Zwölf Hochschulen verlangen eine Ausbildung im Gesundheitsberuf (MFA, Pflege, etc.). Trend: Mehr primärqualifizierende Studiengänge ohne Vorausbildung.

~90%

Aktuell stationär tätig

PAs sind heute fast ausschließlich in Kliniken beschäftigt. Ambulanter Einsatz ist selten – und das ist genau die Lücke, die DigiDoc besetzen kann.

+25%

Wachstum p.a.

Absolventenzahlen wachsen mit ca. 25% jährlich. 2030 werden ~14.700 PA/NäPA-VZÄ in Hausarztpraxen benötigt – Potenzial von ~18.000 verfügbar.

Wo PAs ausgebildet werden

Bayern 5× staatlich

  • TH Aschaffenburg · staatlich, ab 12€/M
  • OTH Amberg-Weiden · staatlich, ab 12€/M
  • TH Deggendorf · staatlich, ab 12€/M
  • Hochschule Neu-Ulm · staatlich, ab 12€/M
  • Hochschule Landshut · staatlich, ab 19€/M

Baden-Württemberg 3× staatlich

  • HS Furtwangen, Villingen-Schwenningen · staatlich
  • Hochschule Aalen · staatlich, ab 22€/M
  • DHBW Karlsruhe · staatlich, ab 26€/M
  • ISBA Stuttgart · privat, 595€/M

NRW privat dominiert

  • Fliedner FH Düsseldorf · privat, 488–538€/M
  • CBS Köln, Rheine, Solingen · privat, 595€/M
  • FHM Bielefeld, Düren · privat, 735€/M
  • Carl Remigius Düsseldorf · privat
  • DHGS Dortmund · privat, 540€/M

Ostdeutschland staatl. + privat

  • HS Anhalt, Köthen + Papenburg · staatlich, 500€/M
  • Duale HS Sachsen, Plauen · staatlich, 26€/M
  • SRH University, Leipzig · privat
  • CBS Rostock · privat
  • ISBA Erfurt, Leipzig · privat, 595€/M

Berlin staatl. + privat

  • BHT / DHZB Akademie · staatlich, 500€/M
  • CBS Berlin · privat, 595€/M
  • Medical School Berlin · privat
  • DHGS Berlin · privat, 540€/M

Nord & Mitte privat + online

  • HS Bremerhaven · staatlich, 62€/M
  • SRH Heide · privat
  • FHM Hannover · privat, 735€/M
  • Carl Remigius Hamburg, Frankfurt · privat
  • IU Fernstudium · privat (aktuell pausiert)

Quellen: PA Hochschulfinder (pajobs.de) · PA Blog · Immatrikulationszahlen 2026 (DHPA-Daten) · Bertelsmann Studie PA März 2026

Heute & Morgen für DigiDoc

NäPA · Heute

Nichtärztliche Praxisassistentin

Fortbildung · 271 Std. · MFA-Basis
  • EBM-GOP 03062/03063/03064 direkt abrechenbar
  • 23.800 Punkte Strukturzuschlag pro Quartal (~700–800 €)
  • Hausbesuche, Pflegeheimrunden, Vitalmonitoring
  • ~28.500 Qualifizierte verfügbar (NäPA + VERAH)
  • Rechtssichere Delegation nach § 15 Abs. 1 MBO-Ä
  • Kein Studium, begrenzte klinische Eigenständigkeit
  • Keine körperliche Untersuchung / eigenständige Diagnosestellung
→ DigiDoc-Einsatz: ab Tag 1 – operative Basis jeder Filiale
PA · Mittelfristig

Physician Assistant (B.Sc.)

Studium · 6–8 Semester · Klinische Ausbildung
  • Körperliche Untersuchung, Anamnese, Differenzialdiagnose
  • Laborbefunde interpretieren, Befundberichte erstellen
  • Therapiepläne vorbereiten (ärztliche Freigabe erforderlich)
  • ~2.450 Absolventen – Zahl steigt auf 30.000 bis 2030
  • Eigenständigeres Arbeiten – Arzt supervisiert, greift seltener ein
  • Noch keine eigene EBM-Ziffer im ambulanten Bereich
  • Kein eigenständiges Verschreibungsrecht in Deutschland
→ DigiDoc-Upgrade: sobald Markt reift – für komplexere Fälle & Expansion

NäPA heute, PA morgen. DigiDoc startet mit NäPA-basierten Filialen – sofort abrechnungsfähig, rechtssicher, mit tausenden qualifizierten Kräften am Markt. Der Physician Assistant ist der Upgrade-Pfad: wenn die Regulierung aufholt und die Absolventenzahl steigt, kann DigiDoc schrittweise auf klinisch eigenständigere Kräfte wechseln – und damit den Arzt-Supervisionsbedarf pro Standort weiter senken.