Strukturierte Übersicht der offenen Fragen, To-dos und Recherche-Ergebnisse für den Aufbau der DigiDoc-Betreibergesellschaft.
Wer macht was? Wo stehen wir? Diese Analyse vergleicht unser Konzept der digitalen Hybridpraxis mit bestehenden Akteuren im deutschen Markt – und zeigt, warum unser Ansatz der konsequenteste ist.
Wir übernehmen leerstehende Landarztpraxen, halten sie mit MFA vor Ort am Leben – und schalten den Arzt aus einem zentralen Hub per Video live dazu.
Wir übernehmen leerstehende oder schließende Praxen. Die bekannte Anlaufstelle bleibt für Patienten erhalten – physisch, vertraut, täglich geöffnet.
Ein Hausarzt aus unserem zentralen Hub ist per Kamera in Echtzeit dabei. Er diagnostiziert, verschreibt, überweist – ohne vor Ort sein zu müssen.
Medizinische Fachangestellte sind täglich präsent: Vitalwerte, Blutabnahme, Verbände, Erstgespräch. Sie sind das menschliche Fundament der Praxis.
Ein Arzt im Hub kann mehrere Praxen gleichzeitig betreuen – zeitversetzt oder parallel. Das klassische 1:1-Modell wird aufgebrochen.
Kein Umzug aufs Land. Der Arzt arbeitet vom Hub aus – attraktiv für junge Mediziner, die urbane Work-Life-Balance wollen, aber Landarztmedizin machen.
Für Patienten ändert sich kaum etwas. Kein App-Zwang, keine anonyme Plattform. Die Praxis bleibt – der Arzt kommt per Kamera.
Gemeinden mit drohender Unterversorgung sind hochmotivierte Partner – finanziell, strukturell, politisch. Die Nachfrage ist strukturell garantiert.
Fünf Akteure bewegen sich im gleichen oder angrenzenden Feld – mit unterschiedlichen Ansätzen, Reichweiten und Schwerpunkten.
Modell: Übernimmt leerstehende Landarztpraxen, setzt Physician Assistants vor Ort ein. Arzt 3 Tage physisch, 2 Tage remote.
Stand: 5–8 Praxen aktiv (RLP, Niedersachsen), Ziel 400 bis 2030. Ab 2026 Lizenzpartnermodell geplant.
Investoren: amberra (Volksbanken), Nils Glagau (Orthomol), BONVENTURE, Nina Capital, Calm/Storm Ventures.
Schwachstelle: Kein echtes Hub-Modell. Arzt muss noch 60% physisch vor Ort sein – schränkt Skalierung strukturell ein.
Modell: Physische Praxen in Städten (München, Berlin, Hamburg). Arzt immer vor Ort. Digitale Infrastruktur, Video als Zusatz.
Fokus: Premium-Stadtmedizin – kurze Wartezeiten, modernes Design. Löst ein Komfortproblem, kein Versorgungsproblem.
Finanzierung: >€80 Mio. über 3 Runden. Lead: Balderton Capital (Series B €50 Mio.).
Fazit: Kein direkter Wettbewerber. Anderer Markt, anderes Problem, andere Kunden.
Modell: „MVZ in the Box" – schlüsselfertiges Versorgungszentrum, das Kommunen mieten. Kein Hybridmodell, kein Hub.
Struktur: Arzt ist klassisch vor Ort. Telemedizin nur für Fachärzte als Ergänzung.
Kunden: Kommunen direkt. Infrastruktur-as-a-Service-Modell.
Fazit: Löst dasselbe Problem anders. Kein Skalierungshebel, da Arzt immer physisch erforderlich.
Modell: Arzt-gegründeter MVZ-Betreiber (Volker Käbel & Rainer Köster, beide Hausärzte). Kauft Praxen auf, konvertiert sie in MVZ mit angestellten Ärzten – das MFA-Team bleibt, Patienten bleiben.
Größe: 30 MVZ-Standorte (Allgemeinmedizin), Schwerpunkt NRW und Niedersachsen, auch in Bayern, Hessen, Bremen, Baden-Württemberg. 50+ Ärzte haben ihre Praxis eingebracht.
Finanzierung: Inhaber-geführt, keine externe VC-Finanzierung bekannt – organisches Wachstum aus dem Cash-Flow der Praxen.
Schwachstelle: Klassisches MVZ – Arzt muss physisch vor Ort sein. Kein Hub-Konzept, keine strukturelle Skalierbarkeit über 1:1-Modell hinaus. Konkurriert mit digidoc um dieselben abzugebenden Praxen.
Modell: 54 m² Telemedizin-Kabine im Kaufland-Supermarkt. Patient sitzt in schallgedämmter Box, Arzt vom SANA-MVZ Neckarsulm remote zugeschaltet. MFA vor Ort unterstützt. Erstes Telemedizin-Angebot im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.
Services: Hausärztliche Videosprechstunde (GKV + Privat), InBody-Körperanalyse, Lifestyle-Check-Up, DiGa-Verschreibung, Hautcheck via OnlineDoctor. Mo–Sa 08–19 Uhr.
Träger: SANA Kliniken AG – einer der größten privaten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Kaufland (Schwarz-Gruppe) als Standortpartner. Starke institutionelle Rückendeckung.
Einordnung: Beweist das Hub-Prinzip (remote Arzt + lokale Fachkraft), aber im urbanen Retail-Umfeld – kein ländlicher Versorgungsauftrag, keine Patientenkontinuität, kein Kassenarztsitz-Modell. Aktuell Pilotprojekt, Skalierung offen.
Gründer, Investoren und strategische Beteiligungen der relevantesten Wettbewerber im Detail.
Die entscheidenden Dimensionen im direkten Vergleich.
| Kriterium | 🟠 Unser Modell | LillianCare | Avi Medical | Medizin Vernetzt | Voramedic | S|Medical Room |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zielregion | Ländlich | Ländlich | Städtisch | Ländlich | Ländlich | Suburban / Retail |
| Praxis vor Ort | Ja – immer | Ja | Ja | Ja (MVZ) | Ja (MVZ) | Ja – Booth (54 m²) |
| Arzt-Modell | Hub – primär remote | 60% vor Ort / 40% remote | Immer vor Ort | Immer vor Ort | Immer vor Ort | Hub – primär remote |
| Personal vor Ort | MFA | Physician Assistant | MFA + Arzt | MFA + Arzt | MFA + Arzt | MFA |
| Ansatz | Praxisübernahme | Praxisübernahme | Neugründung | Neubau / Infrastruktur | Praxisübernahme | Retail-Neugründung |
| Skalierbarkeit | Hoch – 1 Arzt, n Praxen | Mittel – Arzt gebunden | Mittel – Stadtstandorte | Niedrig – Arzt immer nötig | Mittel – Arzt gebunden | Hoch – Kaufland-Netz |
| Versorgungsproblem | Ja – Kern des Modells | Ja | Nein – Komfortproblem | Ja | Ja | Teilweise – suburban |
| Abrechenbarkeit KV | Ja (DVG-Regelleistung) | Ja | Ja | Ja | Ja | In Klärung (Pilot) |
| Finanzierungsstand | Frühphase / Konzept | ~€5–6 Mio., aktiv | Stadtexpansion | Nicht bekannt | PE-finanziert, etabliert | SANA-Konzern-Pilot |
| Marktreife | Pilotphase geplant | 5–8 Praxen live | Mehrere Städte | Pilot-Phase | 30+ Standorte live | Pilot-Phase |
Der Markt für hybride Landarztpraxen ist real, wächst und verdichtet sich. LillianCare bleibt der direkteste Wettbewerber – aber ihr Modell ist ein Kompromiss. Voramedic zeigt, dass Praxisübernahmen in ländlichen Regionen funktionieren – ohne Remote-Hebel. S|Medical Room (SANA × Kaufland) beweist, dass der Hub-Ansatz mit MFA vor Ort und remote Arzt gesellschaftlich akzeptiert wird – bringt das Konzept aber in den Suburban-Retail-Kontext statt in die echte Landversorgung. Unser Modell ist konsequenter, skalierbarer und für Ärzte attraktiver als alle fünf Alternativen. Wer jetzt mit einem Piloten startet, kann sich den Markt strukturell erarbeiten – bevor LillianCare mit seinem Lizenzmodell 2026/2027 skaliert. Geschwindigkeit ist der entscheidende Faktor.
Rechtliche Trennung zwischen Technologiebetrieb (DigiDoc GmbH) und medizinischem Betrieb (MVZ GmbH) – verbunden über einen Servicevertrag.
Die Medizinische Versorgungszentrum-Struktur ist kein bürokratischer Umweg, sondern der strategisch entscheidende Hebel: eigene KV-Zulassung, angestellte Ärzte, beliebig viele Standorte.
Das MVZ hält die Kassenzulassung – nicht der einzelne Arzt. Ärztewechsel oder Pensionierung löscht nicht die Abrechnungsfähigkeit.
Ärzte sind Angestellte des MVZ – planbar, ersetzbar, urlaubs- und krankheitsüberbrückbar. Kein Einzelkämpfermodus mehr.
Unbegrenzte Nebenbetriebsstätten unter einer KV-Zulassung. Rollout in weitere Landgemeinden ohne neue Genehmigungsverfahren.
Klare Haftungstrennung, Investorenfähigkeit, Gesellschafterstruktur. Investor-ready von Tag eins.
Die Einzelpraxis endet mit dem Arzt. Das MVZ überlebt ihn – und skaliert. Wer eine digitale Landarztpraxis für mehrere Gemeinden bauen will, kommt an der MVZ-Struktur nicht vorbei.
PhilonMed GmbH wagte 2016 als erstes deutsches Unternehmen die arztlose Landpraxis. Januar 2024 kam die Insolvenz. Vier Strukturfehler erklären, warum – und was DigiDoc anders macht.
OhneArztPraxis betrieb keine Zulassung als MVZ nach § 95 SGB V. Ohne eigene KV-Zulassung fehlte das Herzstück jeder Kassenpraxis: die Fähigkeit, GKV-Leistungen eigenständig abzurechnen. Alle Einnahmen hingen an kooperierenden Einzelärzten – strukturell fragil.
Der Pilotstandort Spiegelberg (BW) hat rund 2.800 Einwohner. Zu wenige für ein tragfähiges Fallvolumen. Ein kostendeckendes Gesundheitszentrum benötigt mindestens 8.000–10.000 Einwohner im Einzugsgebiet oder eine Verdichtung über Telekonsultation.
Der Betrieb war von Förderprogrammen und Gemeindezuschüssen abhängig. Als Förderprogramme ausliefen oder Gemeinden Prioritäten verschoben, fehlte das operative Eigenkapital. Kein Geschäftsmodell überlebt dauerhaft ohne tragfähige Erlösstruktur.
Ohne MVZ-Struktur gab es keine institutionelle KV-Zulassung, die Ärztewechsel überlebt. Jeder Kooperationsarzt war Einzelvertragspartner. Das schuf Abhängigkeiten, die im ländlichen Raum mit ohnehin dünner Arztdecke besonders riskant sind.
OhneArztPraxis bewies, dass der Markt existiert – und dass er mit den falschen Werkzeugen nicht zu gewinnen ist. DigiDoc baut auf demselben Bedarf, aber mit dem richtigen Rechtsrahmen: MVZ-Struktur, skalierbare Standorte, eigenständige GKV-Abrechnung.
Die Nichtärztliche Praxisassistentin ist heute abrechnungsfähig, rechtssicher und einsatzbereit. Der Physician Assistant ist der mittelfristige Upgrade-Pfad. Zusammen decken sie Routineversorgung und klinische Erweiterung ab – ohne Arztpräsenz für jeden Handgriff.
Der Strukturzuschlag (23.800 Punkte ≈ 700–800 € pro Quartal) wird zusätzlich vergütet, wenn eine zertifizierte NäPA im MVZ beschäftigt ist. GOPs 03062–03064 sind zusätzlich pro delegiertem Besuch abrechenbar.
Delegierte Heimbesuche bei immobilen, multimorbiden Patienten – ärztlich angeordnet, NäPA führt aus.
Blutdruck, Blutzucker, Gewicht, Sauerstoffsättigung – strukturierte Dokumentation und Weitergabe an den Arzt.
Verbandswechsel, subkutane Injektionen, Blutentnahme – alles im Delegationsrahmen.
Regelmäßige Kontrollbesuche in Pflegeeinrichtungen – reduziert Arzt-Fahrtaufwand erheblich.
Anamnese, Vitaldaten und Unterlagen aufbereiten, damit der Arzt per Videocall direkt entscheiden kann.
Koordination von Folgeterminen, Einweisungen, Reha-Anträgen – Entlastung der Praxisverwaltung.
Sachsen-Anhalt hat mit ~50% den höchsten Anteil an Hausarztpraxen mit NäPA – Hamburg mit ~15% den niedrigsten. Ostdeutsche KVen liegen fast alle über dem Bundesschnitt.
Relativer AnteilLändliche Praxen setzen NäPAs doppelt so häufig ein wie städtische (14% vs. 7% aller Praxen). Auf dem Land ist die NäPA kein Konzept – sie ist gelebte Realität.
Stadt-Land-EffektDie Regionen mit stärkstem Ärztemangel (Sachsen-Anhalt, MV, Thüringen) haben bereits die höchste NäPA-Dichte. Erfahrenes Personal ist dort vorhanden.
Rekrutierungsvorteil| KV-Region | NäPA gesamt | Praxen mit NäPA | Anteil Hausarztpraxen | |
|---|---|---|---|---|
| Sachsen-Anhalt ↑ max | 809 | 571 | ~50% | |
| Mecklenburg-Vorp. | 499 | 404 | ~40% | |
| Saarland | 192 | 163 | ~37% | |
| Thüringen | 476 | 393 | ~35% | |
| Niedersachsen | 1.174 | 1.103 | ~32% | |
| Westfalen-Lippe | 1.025 | 1.025 | ~30% | |
| Brandenburg | 378 | 414 | ~30% | |
| Hessen | 845 | 703 | ~28% | |
| Bayern | 2.589 | 1.372 | ~27% | |
| Rheinland-Pfalz | 695 | 703 | ~25% | |
| Sachsen | 424 | 424 | ~25% | |
| Schleswig-Holstein | 273 | 226 | ~22% | |
| Baden-Württemberg | 1.406 | 1.140 | ~20% | |
| Nordrhein | 1.128 | 861 | ~17% | |
| Hamburg | 145 | 121 | ~15% | |
| Gesamt (ohne Berlin/Bremen) | 12.058 | 9.623 | ~26% | |
Quelle: Zi-Paper 25/2022 · Befragung von 15 KVen (ohne Berlin und Bremen) · Daten für 2021 · Anteilswerte Hausarztpraxen aus Abbildung 3 des Zi-Papers (näherungsweise abgelesen). → Originalstudie (PDF)
Noch jung, wachsend schnell, aber vorerst fast ausschließlich im stationären Bereich tätig. Die Bertelsmann-Studie März 2026 liefert erstmals harte Zahlen zum Entlastungspotenzial.
Spiegelt die MFA- und Pflegeberufe wider, aus denen die meisten PA-Studierenden kommen. Fast identische Verteilung wie bei NäPAs.
Zwölf Hochschulen verlangen eine Ausbildung im Gesundheitsberuf (MFA, Pflege, etc.). Trend: Mehr primärqualifizierende Studiengänge ohne Vorausbildung.
PAs sind heute fast ausschließlich in Kliniken beschäftigt. Ambulanter Einsatz ist selten – und das ist genau die Lücke, die DigiDoc besetzen kann.
Absolventenzahlen wachsen mit ca. 25% jährlich. 2030 werden ~14.700 PA/NäPA-VZÄ in Hausarztpraxen benötigt – Potenzial von ~18.000 verfügbar.
Quellen: PA Hochschulfinder (pajobs.de) · PA Blog · Immatrikulationszahlen 2026 (DHPA-Daten) · Bertelsmann Studie PA März 2026
NäPA heute, PA morgen. DigiDoc startet mit NäPA-basierten Filialen – sofort abrechnungsfähig, rechtssicher, mit tausenden qualifizierten Kräften am Markt. Der Physician Assistant ist der Upgrade-Pfad: wenn die Regulierung aufholt und die Absolventenzahl steigt, kann DigiDoc schrittweise auf klinisch eigenständigere Kräfte wechseln – und damit den Arzt-Supervisionsbedarf pro Standort weiter senken.